Stoffe

Natürliche Materialien und Substanzen mit therapeutischer Geschichte — von Natron über Tonerde bis Schwefel. Einfach, verfügbar, fast vergessen.

Heilerde — Warum Menschen seit der Antike Erde essen und die Wissenschaft es nicht widerlegen kann

Auf der griechischen Insel Lemnos gruben Priester einmal im Jahr unter Ritualen eine rötliche Tonerde aus, formten sie zu Tabletten, stempelten sie mit dem Bild einer Ziege und verkauften sie als Universalmittel gegen Vergiftungen — die Terra sigillata, eines der ersten Markenarzneimittel der Geschichte. Dioskurides beschrieb sie im 1. Jahrhundert als Antidot „von hervorragender Kraft". Heute essen 80 % der Bevölkerung in Teilen Afrikas regelmäßig Tonerde — und die westliche Medizin hat dafür nur den pathologischen Begriff „Geophagie" übrig.

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Natron — Warum eines der vielseitigsten Heilmittel der Geschichte zum Backpulver wurde

Griechische Ärzte verschrieben es gegen Magenleiden, viktorianische Hausfrauen schworen darauf bei Erkältungen, und heute nehmen Leistungssportler es vor Wettkämpfen, um Muskelmüdigkeit hinauszuzögern. Natron war über Jahrtausende eines der meistgenutzten Heilmittel der Welt — bis es im 20. Jahrhundert zum Backpulver degradiert wurde. In der Krebsforschung sorgt es gerade für neue Aufmerksamkeit.

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Nikotin — Der Wirkstoff, den die Wissenschaft seit 50 Jahren erforscht und trotzdem nicht einsetzt

Raucher erkranken deutlich seltener an Parkinson — das ist seit Jahrzehnten epidemiologisch belegt. Patienten mit Colitis ulcerosa, die aufhören zu rauchen, erleiden häufiger Schübe. Nikotin-Einläufe wurden klinisch erprobt und zeigten Wirkung. Trotzdem gibt es bis heute weltweit genau ein zugelassenes Medikament auf Nikotinbasis — und das ist ein Mittel zur Raucherentwöhnung.

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